Warum natürliche und biologische Rezepturen schwieriger zu verpacken sind Natürliche und organische Formeln versagen schon in der Verpackung, bevor sie im Regal versagen. Die pflanzlichen Wirkstoffe, die den Verkaufserfolg des Produkts ausmachen – ätherische Öle, Vitamin C, kaltgepresste Öle – sind gleichzeitig die Moleküle, die am ehesten mit Kunststoff, Sauerstoff und Licht reagieren. Konventionelle synthetische Inhaltsstoffe vertragen eine Vielzahl von Verpackungen. Natürliche Inhaltsstoffe hingegen nicht.
Drei Faktoren wirken sich negativ aus. Ätherische Öle und ihre Terpene sind reaktiv und mobil – sie werden weich, quellen auf und dringen in viele Kunststoffe ein. Die Wirkstoffe, mit denen Marken am liebsten werben, wie Vitamin C, Retinol-Alternativen und mehrfach ungesättigte Öle, sind oxidierbar und werden daher durch Sauerstoff und UV-Strahlung abgebaut. Aussagen wie „ohne Konservierungsstoffe“ und „Clean Label“ verlagern die mikrobielle Belastung auf die Verpackung, da in der Flasche weniger chemische Prozesse zur Abtötung von Verunreinigungen stattfinden.
Eine synthetische Formel kann zwei Jahre lang in einem handelsüblichen Polypropylen-Tiegel mit akzeptabler Qualität gelagert werden. Ein natürliches Serum mit 10 % Zitrusöl und ohne synthetische Konservierungsstoffe benötigt hingegen eine Barriere, eine Sauerstoffbarriere, eine UV-Barriere und ein versiegeltes Dosiersystem – andernfalls verändern sich Geruch, Farbe und Sicherheit innerhalb weniger Monate. Genau diese Lücke ist das Kernproblem bei der Verpackung von Naturkosmetik und Biokosmetik. Deshalb ist die Verpackung eine Entscheidung, die bereits in der Formulierungsphase getroffen wird und nicht erst im letzten Schritt bestellt wird.
Die Kosten sind ebenfalls real. Eine durch einen Paketfehler erzwungene Neuformulierung bedeutet neue Stabilitätsdaten, eine längere Vorlaufzeit und einen verpassten Markteinführungstermin. Wenn das Paket frühzeitig mit dem aktiven Paket abgestimmt wird, treten die meisten dieser Fehler gar nicht erst auf.